Wesen und Auftrag der Gemeinde zurück

Konzeption der Evangelischen Gemeinde
Köln-Bayenthal

I. Leitsatz: „Wir alle sind Gemeinde - kommt zu Tisch.“

Der erste Teil des Satzes beschreibt die Reichweite der Gemeindearbeit, der zweite Teil des Satzes ihren Inhalt.
Mit den Worten „wir alle“ kommt zum Ausdruck, dass unsere evangelische Gemeinde von vielen und vielfältigen Menschen gebildet wird. Sie umfasst Menschen jeden Alters, vom Säugling bis zum betagten Menschen. Kinder, Frauen und Männer, Alleinstehende, in Partnerschaften und in Familien Lebende - sie alle bilden Gemeinde. Menschen sind unabhängig von ihrer Bildung und sozialen Stellung eingeladen, ihren Platz in der Gemeinde zu finden. Die Wohngebiete, für die wir als Ortsgemeinde primär zuständig sind, sind Bayenthal und Marienburg. Selbstverständlich sind aber auch Menschen aus anderen Stadtteilen und aus den katholischen Nachbargemeinden willkommen. Mit der Formulierung „wir alle“ vermeiden wir ein Gegenüber von Verantwortlichen und Versorgten bzw. Betreuten, denn die Gemeinde lebt aus ihren eigenen geistlichen und menschlichen Kräften. Die Laien, denen das Gemeindeleben am Herzen liegt, prägen im Zusammenwirken mit dem Presbyterium, den Pfarrern und den hauptamtlichen Mitarbeitern unsere Gemeinde.

Das Wort „sind“ macht klar, dass die Gemeinschaft der Menschen, die das gegenwärtige Leben ausmacht, bereits Gemeinde im theologischen Sinne ist und als solche geachtet wird. Die Gemeinde wird nicht erst zur christlichen Gemeinde, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllt, sondern die Gemeinde lebt in all ihrer Unvollkommenheit schon von der Verheißung, dass Christus in ihr ist, wenn sie im Namen des dreieinigen Gottes zusammen ist. Sie ist sich dabei bewusst, dass sie unterwegs ist und der Erneuerung und Leitung durch den Geist Gottes immer neu bedarf.

Die Einladung „Kommt zu Tisch!“ zielt auf die Feier des Gottesdienstes und des Abendmahles, die das Zentrum des Gemeindelebens ausmachen. Im Gottesdienst feiern wir mit Musik, Lied und Gebet und hören die Verkündigung des Wortes Gottes. Am Tisch des Herrn erfahren wir Vergebung, erinnern uns an das Wirken Jesu, spüren die Gemeinschaft von Christen, erleben die Vorfreude auf das Reich Gottes und werden für unseren Alltag gestärkt. Die Einladung zum Mahl beschränkt sich nicht nur auf den Gottesdienst; die Abendmahlsfeier ist aber das geistliche Zentrum der Gemeinschaft. Unsere Gemeinde spricht daneben viele Einladungen zum gemeinschaftlichen Essen und Tun aus, wie zu Gemeindefesten, zu besonderen Mahlzeiten am Gründonnerstag, zu Pfingstfeuer und Erntedankfest, zu Kirchenkaffee, „Jazz und Kölsch“ oder im Jugendcafé „Slowmotion“.

Das Essen ist ein wichtiges Grundbedürfnis von Menschen und ein Ausdruck unserer Kultur, es ermöglicht uns zugleich Begegnung und Gespräch. Gemeinsam zu essen bedeutet, miteinander zu leben. Gemeinsame Mahlzeiten helfen, einander wahrzunehmen. Sie stärken Leib und Seele, sie eröffnen und vertiefen Kontakte zwischen Menschen. Wenn wir den Tisch decken, mit Brot und Wein, mit Kuchen oder warmen Mahlzeiten, dann gönnen wir uns die Fülle der gemeinsamen Mahl-Zeit.

Ganz ähnlich wirkt die Einladung zum gemeinschaftlichen Tun in den Gemeindegruppen, sei es zum Spielen, Nachdenken, Singen, Musizieren oder Wandern. Gemeinde öffnet Räume, in denen Menschen einander begegnen und Gemeinschaft erleben. Sowenig sich echte zwischenmenschliche Begegnung auch erzwingen lässt, so soll sie doch nicht zufällig, sondern bewusst erwünscht sein. Begegnungen finden in vielen weiteren Bereichen des Gemeindelebens statt: In den Krabbelgruppen, im Kindergarten bei Kindern und Erzieherinnen, in der Kinderkirche, im Leben mit Jugendlichen und Konfirmanden, im Frauentreff und den Arbeitskreisen, beim gemeinsamen Singen und Musizieren, in den Seniorentreffen und bei vielen anderen Veranstaltungen.

Bei diesen Begegnungen können auch gegensätzliche Auffassungen aufeinander stoßen und zu Konflikten führen, die im gemeinsamen Gespräch „am Tisch“ ausgetragen werden können. Der Tisch symbolisiert dabei die „Mitte“, den Gegenstand des gemeinsamen Tuns, den Rastplatz, das Sich-Einlassen darauf, jetzt in Ruhe hier zu sein.


II. Wesen und Auftrag der Gemeinde

Leitsatz der Gemeindevision: „Wir alle sind Gemeinde – kommt zu Tisch“

Fünf Ziele der Gemeindearbeit:

A
„Gott vertrauen und lieben von ganzem Herzen“
Verherrlichen, Loben, Beten, Wachen
Lebendige Frömmigkeit und unser Glaube sind der Leitfaden für´s Leben und
für den Zusammenhalt in der Gemeinde.
Dazu gehört prophetische Wachsamkeit im Hinblick auf gesellschaftliche Entwicklungen.

B
„Deinen Nächsten lieben wie dich selbst“
Dienen mit den eigenen Gaben
Jeder Beteiligte erfüllt nach seinen Gaben seinen besonderen Auftrag. Wir wünschen uns, dass sich in allen praktischen Aufgaben an den Menschen die Haltung der Nächstenliebe entfaltet und weiterentwickelt.

C
„Die frohe Botschaft für die Welt“
Mission

Der Aspekt der Mission äußert sich auf verschiedene Weise:
Wir wollen verschiedene Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen
mit der biblischen Botschaft ansprechen.
Die Angebote sollen transparent und offen sein.
Es sollen unterschiedliche Gelegenheiten für die Begegnung von Menschen geschaffen werden.

D
„Gemeinschaft ist Geschenk und Aufgabe“
Dazugehören, Taufen, Feiern des Mahles,
Wachsen in Beziehungen
In diesem Miteinander pflegen wir gegenseitigen Respekt, Vertrauen und
teilen die gemeinsame Hoffnung und Erwartung an Gott.

E
„Wachsen im Glauben“
Jüngerschaft, Mitarbeiterschulung, Lehre

Wir erreichen die Ziele unserer Gemeinde, indem wir Aufgaben verteilen, auf eine vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit achten und entstehende Konflikte gemeinsam lösen.

Wir würdigen und ermutigen die aktiven und potentiellen Mitarbeiter im Dienst der Gemeinde z.B. durch
- regelmäßige Besprechungen und Austausch
- Fortbildung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter
- Mitarbeiterfeste.

Ihr Presbyterium


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